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Eine Schwaige ist ein alleinstehendes Gehöft ( Einödhof / Gutsbesitz ), meist mit einer Mauer umgeben, um Vieh halten zu können. Die Antonius-Schwaige wurde vor ca. 100 Jahren von August Ponschab als landwirtschaftliches Anwesen erbaut und ab 1904 zu Ausflugswirtschaft und Biergarten erweitert. Davor stand seit 1870 eine landwirtschaftlich genutzte Scheune. August Ponschab war Ingolstädter Brauereibesitzer des Berg-Bräu in der Innenstadt zwischen Kreutztor und Münster (jetziges "Mo") und später sogar Bürgermeister und Reichstagsabgeordneter. Er vermachte das Anwesen seinen 3. Sohn Anton Ponschab (daher Antonius-Schwaige). Das besondere an ihr ist die Anordnung der einzelnen Gebäude zu einen Innenhof, der von ca. 100 jährigen Linden und einer Eiche, die 1906 gepflanzt wurde, beschattet wird. Die Baupläne entwarf übrigens ein Münchner Architekt. Besonders originell ist die westliche Begrenzung mit je einem Salettl an den Ecken und der dazwischen liegenden erhöhten Terrasse von 1950 - hier fanden in früheren Zeiten die prominenten Gäste den gebührenden Sitzplatz bei Schäferfesten, Sängerfesten und Militärkonzerten, die sehr zünftig mit Blasmusik, Tanz, einer Brotzeit und natürlich einer oder mehreren Maß Bier gefeiert wurden. Nach Süden umgrenzt eine niedrige Mauer den Biergarten und gibt den Blick frei auf die Felder und die dahinterliegende Auenlandschaft wo damals ab und zu Reitturniere stattfanden. Zum Ensemble gehören neben dem Hauptgebäude der eingeschossige Saalbau als östliche Begrenzung und die 1904 erbaute Kapelle, die dem heiligen Antonius geweiht ist und auch heute noch 3 mal täglich, morgens, mittags und abends ihre Glocke läutet. Der alten "Kirtahutschn" aus dem Jahre 1904, die hinterm Hauptgebäude steht, musste bereits 5 mal ein neues Schaukelbrett angefertigt werden, die von den vielen Kindern regelrecht durchgewetzt wurden. Manche Großeltern und sogar Ur-Großeltern erinnern sich noch daran. 1932 bekam die Antonius-Schwaige ein eigenes Windrad mit 29 m Höhe und einem Rad-Durchmesser von 9 m, damit wurde Strom erzeugt (110 Volt) und das Brunnenwasser hochgepumpt.
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1953 bekam der Saal eine neue Kegelbahn und im Frühjahr wurden viele Jahre lang große Faschingsbälle (5 - 6 im Jahr) gefeiert, wo ein Salettl (Turmstüberl) kurzzeitig zu Bar wurde. Bis 1977 wurde die Landwirtschaft und Gastwirtschaft gemeinsam betrieben. Mit einer Rinder- und Schweinezucht, Hühner, Enten, Gänse und ca. 80 - 100 Tauben, die zum großen Teil verspeist wurden. Der große Taubenschlag ist heute immer noch zu sehen. Bewirtet wurden die Ingolstädter Ausflugsgäste damals nur Samstags und Sonntags (außer zu Kriegszeiten), denn unter der Woche mussten viele arbeiten. Das selbstgebraute Bier, Brotzeit, Radi, Kaffee und Kuchen, vor allen die hausgemachten Kücherl von der Köchin waren Stadtbekannt. 1977 wurde von den jetzigen Besitzern (Familie Wittmann) das Gebäude zur Gastwirtschaft umgebaut um es als Vollgastronomie betreiben zu können. Bis 1996 wurde das Gasthaus unter verschiedenen Brauereien (z.B. auch Hofbräuhaus München) mit Pächtern betrieben. 1996 wurde die Antonius-Schwaige vom Bürgerlichen Brauhaus (Herrnbräu) gemeinsam mit den Besitzern von Grund auf renoviert. 2003 wurde das große Hofeingangstor erneuert und seit dem Frühjahr werden die Begrenzungsmauern um das Anwesen, die Begrenzung um die erhöhte Terasse sowie das linke Salattl von der Familie Wittmann saniert. Die alte, geschnitzte Haustüre mit der Jahreszahl 1933 sperrt heute immer noch wie damals ohne Schlüssel und wird bestimmt noch von vielen Gästen in die Hand genommen. Ab dem Juli 2006 übernimmt die Wirtsfamilie Stangl die Antoniusschwaige. |